Director's Statement

„Es gibt kein schöneres Geräusch als das Zähneknirschen eines Kumpels.“ (Groucho Marx)

Eine Komödie, oder jedenfalls einen komischen Film, wollte ich schon lange machen. „Schläfer“ war schon als Komödie gedacht, bis ich drauf kam, dass es doch eine bessere Tragödie wäre. Schon damals wusste ich von den sehr unterhaltsamen Erlebnissen meines Freundes und Co-Autoren Josef Lechner mit einem alten, gebildeten Herren, und wir begannen darüber zu sprechen, wie man aus dieser Geschichte einen Film machen könnte. Das Drehbuch, das dann entstand, hat sich peu a peu sehr weit von dieser Ursprungsgeschichte entfernt. Josef und ich haben eine sehr entspannte und assoziative Art zusammen zu schreiben, und so ist der Plot mit seinen vielseitigen Figuren, Symbolen und erzählerischen Anteilen entstanden.

Ein Bild, das mir bei der Frage der Aufarbeitungsgeschichte des alten Psychologen Curt Ledig immer vor Augen war, ist eine Videoinstallation von Bruce Naumann. Da stehen sich zwei Videomonitore  gegenüber, in denen jeweils Clowns zu sehen sind. Ein Clown ruft voller Emphase immer den gleichen Satz: „I don’t know what I‘ve done, I’m sorry for what I’ve done“. Ihm gegenüber stampft der andere Clown auf den Boden und widerspricht einfach und penetrant: „No, no, no, no! No no... !“ Das hat viel mit den zwei Hauptcharakteren in unserem Film zu tun. Und es gibt darin so einen Moment der absurden und tragischen Komik, den ich auch im Film immer wieder sehe.

Man kann die beiden Figuren auch als zwei Anteile unserer deutschen Identität begreifen: der Eine, schuldbehaftete, erinnernde, der die Vergangenheit nicht hinter sich lassen kann und will. Und der Andere, ungestüme, junge, der nach vorne gewandt ist und sein Gewissen lieber nicht befragt.

Grundsätzlich wussten wir, daß dieser Film eine Art von Hybrid verschiedener Formen der Komik und des Absurden und Eigenen wird.  Was mich aber an den Figuren interessiert hat, war ihre subtile Anarchie im Alltag und ihre Würde im Widerstand gegen äußere Lebensumstände. Diese Eigenheiten liebe ich an Menschen in meinem Leben, und ich hoffe sie inspirieren die Zuschauer genauso wie mich.